Von wildem Sanddorn im Domleschg, alternative Kultur?

Welche Alternativen haben wir aus der Natur auf gute Art unser Einkommen zu generieren, Sanddorn ist eine interessante Möglichkeit im Superfoodmarkt. Sanddornsaft-Markt überlaufen? Nicht bei einer ehrlichen Story, oder?

Heute Besuch bei Margit Hartmann in Trans/Domleschg, um herauszufinden, ob Sanddorn nach Santa Maria passen könnte. Wo gedeiht die Pflanze, wie interessiert sind andere Tiere an den Sträuchern? Wie lange dauert die Ernte?

Wie kommt der Sanddorn vom Strauch zum Hof und wie gut geht das wirklich mit den Eseln.

Einen Überblick gibt folgendes Video: https://www.telezueri.ch/zueriserie/heimisch-exotisch-sanddorn-138588482

Das schwierige Thema mit den Wölfen macht inzwischen auch Margit Hartmann Kopfzerbrechen, wie können die Esel geschützt werden vor einem Angriff eines Wolfsrudels? Selbst am heimischen Stall weiss sie die Tiere nicht wirklich sicher.

Das Ergebnis des Gesprächs in Kürze war: Sanddorn wächst fast überall, der Ertrag ist jedoch sehr unterschiedlich, ist die Saison sehr trocken, gibt es nur kleine Beeren, praktisch Haut und Knochen. Stark schwankende Witterung führt zu mangelhaftem Ansetzen der Früchte an den Sträuchern, bei den Wildsorten 2-4 Jahre Turnus. Die Menge im Sammelgebiet über alle Sträucher bringt den Erfolg, nicht unbedingt der Einzelstrauch.

Idealer Standort, durchlässiger frischer Boden in sonniger Lage, nicht so feucht, dass Huflattich und nur Farn wächst, aber durchaus Hänge mit Quellaustritten in der Nähe oder ausreichende Niederschläge.

Kultursanddorn- Sorten versprechen mehr Ertragsstabilität, sind wohl wüchsiger, war ja wohl auch ein Selektionsziel.

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Der Preis dafür: Etwas weniger Vitamin C und mehr Vitamin A bei den Kultursorten, Vorteil od. Nachteil, mmhh?

Die Pflege der Sträucher erfolgt gleichzeitig mit der Ernte, ein automatischer Rückschnitt. Die Ernte kommt in luftdurchlässige Säcke und Zuhause sofort in den Froster, verarbeitet wird Saisonende.

Zurück zu den interessierten Tieren an Sanddorn, Hirsche fressen ihn nicht, fegen im Frühjahr aber ihr Geweih daran,

Esel würden ihn fressen, dürfen aber nicht, Rinder und Schafe sind nicht daran interessiert, Geissen lieben ihn und würden ihn inklusive Beeren abräumen, den Jungaustrieb sowieso.

Eine weitere Alternative ist nach Vorstellung von Margit Hartmann, die Hagebutte, die Nachfrage sei gut und das Wild stellt den Pflanzen nicht sehr nach.

 

Die Esel - es sind Zwergesel - tragen bis zu 50 kg, also zwei Säcke mit ca je 22 kg + dem Traggestell.

Mehr Gewicht macht keinen Sinn für das Handling am Berg, mehr Säcke wird instabiler im Transport. Fazit von Margit Hartmann: grössere Esel hätten für ihre Vorgehensweise keinen Sinn gemacht.

Das Basten (Traggestell auf dem Tragtier handhaben), hat für ihre Aufgabe zu folgenden Erkenntnissen geführt:

Die traditionellen Körbe aus Marokko oder Tunesien sind zu breit, hängen teils den kleinen Eseln zwischen den Beinen herum und haben sich am Berg nicht bewährt. Der zuerst für wichtig gehaltene Bauchgurt hat sich ebenfalls als unnötig herausgestellt. Die praktischste und robusteste Lösung waren zwei aufgeschnittene Fasshälften, in denen die Säcke hineingelegt werden und nur im steilen Gelände gesichert werden müssen.

Bewährt hat sich Brustriemen und Hinterzeug und das Fell gegen Reiben am Rücken, oder einen Wollteppich.

Mit Gebissen zu arbeiten war bisher nie nötig, die Esel erschrecken am ehesten wegen einer Gemse, obwohl sie sehr gut hören (die langen Ohren sind nicht umsonst).

Alleine lassen im Gelände ist nicht ratsam, sie erinnern sich plötzlich an eine bessere Futterstelle und sind weg, deshalb werden sie angebunden. Im Gegensatz zu Pferden, wollen Esel immer bei ihnen sein und freuen sich darauf mitgehen zu können. Die persönliche Bindung wird mit der Zeit doch recht stark.

Zum Futter war der Rat, vorsicht mit zu üppigem Grün im Frühjahr, lieber holzige Pflanzen und älteres Futter.

Fett, das einmal eingelagert wurde, vorallem im Kamm, geht nur noch schwer wieder weg, ist am Bauch schon nicht einfach.

Die Esel allerdings fressen sogar Rosenranken mit Widerhaken, Brombeeren, Himbeeren, Disteln sowieso.